Quoten: Die Informantin

Sonntag, 20. März 2016

«Die Informantin» erreichte gestern zur besten Sendezeit 5,47 Millionen Zuschauer, das entspricht einen Marktanteil von 18,0 Prozent

Stürmischer Applaus für Suzanne von Borsody

Dienstag, 16. Februar 2016

Eigentlich nur ein Theaterstück - doch was für eines! Das Publikum in den Peiner Festsälen erlebte Suzanne von Borsody und Guntbert Warns in "Der letzte Vorhang".
Sie brachten die rasante Tragikkomödie der niederländischen Dramatikerin Maria Goos, die das Leben der Schauspieler Lies und Richard beschreibt, zum Leuchten. Lies, einst ein gefeierter Star, hatte sich für eine langweilige gut situierte Ehe entschieden. Richard spielte weiter - alkoholkrank und mit fiesen Allüren machte er sich kaputt. Beide konnten früher nicht miteinander, doch auch nicht ohne: Ihre Lebensansprüche waren zu unterschiedlich. Brillant waren sie nur gemeinsam auf der Bühne - und das war Lies irgendwann zu wenig. Trotzdem kehrte sie für eine Aufführung zu ihrer großen Liebe Richard zurück, mit viel Hoffnung auf mehr…
Wunderbar wandelbar verkörperten die beiden preisgekrönten Schauspieler die einzelnen Zeitebenen sowie die verschiedene Figuren und brauchten dazu nicht viel: Ein abgewetztes Ledersofa, auf dem sich Borsody als Lies gekonnt räkelte, und ein Tisch mit viel Whisky, von dem sich Warns als Richard ständig bediente, reichten als Kulisse. Kleine Accessoires wie Brille und Haargummi dienten dem Rollenwechsel.
Temperamentvoll, ohne Hemmungen und mit viel Gefühl ließen sie das Publikum teilhaben an dem miteinander verwobenen Glück und Unglück des tragischen Paares. "Wie oft glaubst Du mich verlassen zu können?", klagte der alkoholkranke Richard seine Angebetete an, um gleichzeitig alles dafür zu tun, wieder verlassen zu werden.
Das vielschichtige Stück um Liebe, Talent, Abhängigkeiten und Treue beleuchtete das Leben in allen Facetten. Es arbeitete wunderbar heraus, dass Liebe allein oft nicht für ein ganzes Leben reicht. Wortwitz und Situationskomik nahmen der Tragik die Schärfe und sorgten für effektvolle Wendungen im Stück. Das Publikum amüsierte sich und litt gleichzeitig mit den Figuren. Kein Happy-End: Lies verlässt Richard nicht nur als Partner und Schauspielkollegen sondern auch in ihrem Herzen. So war die Premiere des nach langer Zeit gemeinsam gespielten Stückes gleichzeitig auch der letzte Vorhang für die gesamte Beziehung. Sie kehrt ins Langweiler-Leben zurück, er zum Whisky. Minutenlanger stürmischer Applaus rief von Borsody und Warns zum Schluss immer wieder auf die Bühne. Ein großartiger Abend!
Von Grit Storz

Suzanne von Borsody im Kasseler Schauspielhaus

Montag, 25. Januar 2016

Eine starke Frau widmet sich einem starken, unangepassten Mann. Die aus Film und Fernsehen sehr bekannte Charakterdarstellerin Suzanne von Borsody trat am Sonntagabend im fast gefüllten Schauspielhaus auf, um dem französischen Maler Paul Gauguin ihre Reverenz zu erweisen.
Im Zentrum des zweistündigen Abends stand die Lesung von Ausschnitten aus dem Buch "Noa Noa", das der Maler während seines ersten Aufenthalts in Tahiti und danach verfasst hatte.
© Fischer
Darin schildert er, wie er sich in das Leben der Polynesier einfand, die er anfangs noch als "Wilde" bezeichnet hatte, wie er ein 13-jähriges Mädchen zur Frau nahm, wie ihm die Ruhe, der Frieden und die Gelassenheit der Einwohner wieder die Möglichkeit gaben, das zu schaffen, was er schaffen wollte: "Die Zivilisation fällt nach und nach von mir ab."
Zwar war es nicht das erhoffte Paradies, was er in der Südsee vorfand - Krankheit, Geldmangel und Ärger mit der französischen Verwaltung gab es für ihn auch dort -, doch war der Ort ein kreatives Refugium nach dem unbefriedigenden Künstlerdasein in Frankreich. Hier schuf er die Bilder, die damals nach und nach Interesse in seinem fernen Heimatland erregten und die heute Höchstpreise erzielen.
Nach einem einleitenden biografischen Teil, der ein wenig nach Volkshochschule klang und bei dem sie noch nicht die volle Konzentration investierte, fand Suzanne von Borsody in der Lesung von Gauguins Texten zu einer engagierten Rezitation, die das Publikum sehr aufmerksam mitgehen ließ. Sie vermied es dabei, sich selbst in der Vordergrund zu lesen, verstand es aber dennoch, ihren eigenen warmen Tonfall fließen zu lassen.
Viele Bilder des Malers wurden an die große Rückwand der Bühne projiziert. Für musikalische Auflockerung sorgte das Trio Amanti della Musica mit Sigi Schwab (Gitarre), Willy Freivogel (Flöte) und Rainer Schumacher (Klarinette).
Von Johannes Mundry